„Du Sensibelchen!“

16. Mai 2020

Eine Definition der Sensibilität im psychologischen Kontext, lautet wie folgt: „Eine ausgeprägte Feinfühligkeit oder Empfindsamkeit gegenüber Menschen, Themen oder Ereignissen, die in gesteigerter Form als Hochsensibilität Ausdruck findet.“

Im alltäglichen Umgang wird mit Sensibilität auch oft Negatives verknüpft. Sensible Menschen gelten als überempfindlich, als „Mimose“. Du kennst bestimmt auch Sprüche wie:

  • „Du Sensibelchen!“
  • „Stell dich doch nicht immer so an.“
  • „Sei doch nicht immer so empfindlich.“

Sensible Menschen werden oft belächelt. Es besteht die weitläufige Auffassung, dass sie sich schnell angegriffen fühlen, nah am Wasser gebaut sind und weniger belastbar. Ich selbst musste mir solche Sprüche auch schon wiederholt anhören, und früher habe ich eben wirklich gedacht, dass mit mir irgendwas nicht in Ordnung ist. Zum Glück weiß ich heutzutage, dass das Quatsch ist.

Ich möchte Dir hier nun einmal einen tieferen Einblick geben, was Sensibilität bzw. auch die Hochsensibilität bedeutet und den Fokus auf die positiven Aspekte legen. Bist du selbst ein sensibler oder hochsensibler Mensch – Herzlichen Glückwunsch! Ich lade dich ein dich selbst besser kennenzulernen und anzunehmen. Du bist genau richtig, so wie du bist!

Sensibilität ist also, wie schon in der Definition oben beschrieben, die Fähigkeit, von besonderer Feinfühligkeit oder Empfindsamkeit. Sensible Menschen reagieren auf äußere Reize (auch Schwache) stärker als andere.

Introversion geht übrigens in den meisten Fällen einher mit Sensibilität. Circa 70 % der hochsensiblen Menschen sind auch introvertiert.

Die gesteigerte Form der Sensibilität nennt man Hochsensibilität. Dies ist keine Krankheit, Hochsensibilität ist eine besondere Wahrnehmungsbegabung, die laut Studien ca. 15-20 % der Weltbevölkerung betreffen sollen.

Elaine Aron, hat das Konzept der Hochsensibilität zuerst beschrieben. Hochsensible Menschen (auch „Highly Sensitive Persons“ oder HSP genannt) besitzen eine durchlässigere Filterung des Nervensystems von inneren und äußeren Reizen. Sie nehmen dadurch mehr über ihre fünf physischen Sinne wahr, als der durchschnittliche Mensch. So können sie z.B. besonders geräusch-, schmerz- oder lichtempfindlich sein. Grundlegend nennt Elaine Aron vier Indikatoren für Hochsensibilität:

  • eine tiefe Informationsverarbeitung
  • eine damit einhergehende Tendenz zur Übererregung
  • eine hohe emotionale Intensität, die positive wie negative Gefühle und eine hohe Fähigkeit zur Empathie miteinschließt
  • eine hohe sensorische Empfindlichkeit

Ob hochsensibel oder sensibel, man kann sagen, dass diese Menschen meist viel Sorgfalt, Umsicht und Fingerspitzengefühl besitzen. Sensibel zu sein bedeutet auch ein sehr hohes Einfühlungsvermögen zu haben. Das heißt man kann sich gut in das Empfinden und die Gefühlslage anderer hineinversetzen. Sensible Menschen besitzen daher eine hohe soziale Intelligenz. Ein Punkt, den Du als sensibler Mensch besonders beachten solltest, ist – gut auf Dich selbst Acht zu geben. Die negative Stimmung anderer überträgt sich sehr leicht. Abgrenzung ist ein wichtiges Thema für Dich. Sensible Menschen haben auch oft eine kreative Ader und ein gutes Gespür für Kunst und Kulinarik.

Generell bin ich auch hier wieder der Meinung, dass man nicht werten und beurteilen sollte. Weder über sich selbst noch über andere. Sensibel zu sein ist weder „gut“ noch „schlecht“. Es ist eine Eigenschaft, die der eine mehr und der andere weniger besitzt. Diese Vielfalt der Menschen macht es doch gerade bunt und spannend in dieser Welt. Wären wir alle gleich, wäre es doch langweilig. Jeder Mensch ist auf seine eigene Art und Weise ganz besonders und einzigartig.

Der Schlüssel ist, zu verstehen wie du bist und dich im nächsten Schritt so anzunehmen. Du kannst lernen deine besonderen Eigenschaften besser anzunehmen. Das ist der erste Schritt um in bestimmten Situationen anders zu reagieren und sich anders zu verhalten. Als sensible oder hochsensible Person solltest du nun nicht alle reizintensiven Situationen komplett meiden. Allerdings ist es wichtig für dich, deine eigenen Grenzen zu kennen, und die Signale seines Körpers deuten zu können. So kannst du vermeiden, dass es zu einer Überreizungssituation kommt.

Hast du weitere Fragen dazu, dann nehme gerne Kontakt mit mir auf. Ich freue mich, von dir zu hören!

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